Marieluise. Die Rückseite der Rechnungen

Monolog von Kerstin Specht über eine starke Frau und Künstlerin. Ein humorvoller und berührender Lebensrückblick,
mit Margot M. Paar.

Vorstellung am 27.1.2005 - Jägermayrhof in Linz. Beginn: 20Uhr
Dauer des Stücks: 70 Minuten
Für Schüler ab 14 Jahren geeignet.

Die  Schriftstellerin  Marieluise  Fleißer gilt - wie auch Ödön von Horwath - als Erneuerin des Volksstücks. Anlässlich ihres 100. Geburtstages am 23. Nov. 2001 hat Kerstin Specht diesen spannenden Monolog geschrieben.
Eine junge Frau aus der Provinz bricht in jungen Jahren auf in die Großstadt. Sie sucht Anschluss an die literarische Avantgarde, lernt Feuchtwanger und Brecht kennen und lieben. Zwei Weltkriege und die genauen Beobachtungen des Kleinstadtlebens schärfen ihre literarische Kraft. Zwischen 1925 u. 1934 hatte Marieluise Fleißer sich in der literarischen Szene etabliert.

Ihre Meinung zu literarischen Fragen und zu Beziehungsproblemen der Geschlechter galt etwas, wie ihre häufige Teilnahme an den beliebten Feuilleton Umfragen in der Weimarer Republik belegen. Für viele Jahre verschwindet sie aus der literarischen Szene während des Nationalsozialismus. Erst in den sechziger Jahren wird sie von Fassbinder, Sperr und Kroetz "wiederentdeckt". Ihre Stücke "Fegefeuer in Ingolstadt", "Pioniere in Ingolstadt" und "Der starke Stamm" werden an fast allen Schauspielhäusern im deutschsprachigen Raum aufgeführt. Mit ihrer bilderreichen und poetischen Sprache zeigt Kerstin Specht ein Künstlerleben, das über die scharfe Beobachtung kleinbürgerlicher Enge und politischer Unruhen, nach vielen inneren Kämpfen und Niederlagen, über sich selbst hinauswächst.

Alfred Kerr: "Diese Frau ist ein Besitz, - ein außergewöhnliches Leben, unter so viel Mittelmäßigem."
Kritiken:
Margot M. Paar spielte die österreichische Erstaufführung von Marieluise. "Ein Bericht, oder die Rückseite der Rechnungen" im Literaturhaus Salzburg.
Marieluise Fleißer schwamm gegen den Strom ihrer Zeit und hatte ein Leben voller Brüche. Frauen hatten vorgedachte Plätze zu erfüllen. Marieluise Fleißer wurde durch Lion Feuchtwanger und von Bert Brecht gefördert, hatte vor allem mit ihrem Stück "Fegefeuer in Ingolstadt" ersten Erfolg. Sie hat in frauenunfreundlicher Zeit ihren Weg konsequent verfolgt. Und unter ihrem eigenen Mut mitunter heftig gelitten. Erst im Alter konnte die Schriftstellerin aus Ingolstadt mit Genugtuung feststellen, dass ihr Lebenswerk plötzlich wieder Beachtung erfuhr. Zu ihrem 100. Geburtstag wurde die "Fleißerin" wie Brecht sie nannte, auch mit einem Stück geehrt, das die Geburtsstadt Ingolstadt in Auftrag gegeben hatte. Man hat es ihr hier nie leicht gemacht, dennoch kam die Autorin nie von Ingolstadt los. In jüngerer Zeit ist die Verfasserin sozialkritischer Werke wiederentdeckt worden.
Margot M. Paar überzeugte durch differenziertes, rasch wandelbares Spiel. Die Schauspielerin muss mit ihren Mitteln die Szene füllen, und kann es glänzend. Es gelingt ihr prächtig das Feuer hoch zu halten. Sie spielt sich durch ein spannendes Leben hindurch, und es gelingt ihr, mit Hilfe der Regisseurin Susanna Szameit, einen fesselnden Theaterabend zu schaffen. (Berchtesgadner Anzeiger)

Einen etwa einstündigen Monolog nicht in Langeweile abgleiten zu lassen, ist eine Kunst. Geschafft hat das Margot Maria Paar, Gründerin der freien Theatergruppe Laetitia in Salzburg. Der spannende Monolog stammt von Kerstin Specht, geschrieben anlässlich des 100. Geburtstages der Fleißer am 23. November 2001.
Paar spielt, nein ist Marieluise, geboren in Ingolstadt. Überzeugend erzählt sie von ihrem Lebens-, aber auch von ihrem Leidensweg, von Glück und Erfolg, von Enttäuschung und Verzweiflung. (Salzburger Nachrichten)

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