WILDE ORCHIDEEN
Zwei Frauen gehen ihren Weg


Eine spritzige Komödie mit Tiefgang von Peter Limburg.
Der Autor von "Möwe und Mozart" hat diese Komödie
für Theater Laetitia geschrieben.

mit Margot Maria Paar und Monika Müksch

Regie und Ausstattung: Marion Hackl
Produktion: Theater Laetitia

Uraufführung, PREMIERE am Sa 27. 9. 2014 im kleinen theater
Schallmooser Hauptstrasse 50, Karten: 0662 872154 (10-14 Uhr) www.kleinestheater.at
Termine 2017
Mo 23. 1. 2017 Kornspeicher Wels um 19.30 Uhr - www.wels.gv.at
Fr 28. 4. 2017 Lohninghof/Zell am See um 20 Uhr - www.lohninghof.at

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Wir finden: "Älter zu werden, ist ein Privileg und ein Abenteuer, besonders für Frauen!"

Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, treffen aufeinander. Was wie ein Krimi beginnt, überschlägt sich in turbulenter Situationskomik. Nach vielen überraschenden Wendungen brechen beide Frauen schließlich aus ihren alten Mustern aus, und starten in das Abenteuer einer neuen Freiheit.

"Wenn du dich immer an die Regeln hältst, verpasst du eine Menge Spaß."
Katharine Hepburn
Christina ist fassungslos. Wie kann man ihr nur direkt in den Wagen radeln? Sie fühlt sich dazu verpflichtet, die etwas lädierte Radfahrerin mit in ihre Wohnung zu nehmen. Bald schon stellt sich heraus, dass der Unfall kein Zufall war. Anna, eine einsame Witwe, wollte unbedingt die Frau kennenlernen, die ihren geliebten Eduard dazu gebracht hat, sie nach 36 Ehejahren zu verlassen. Doch neben der dynamischen, optimistischen Christine, die gerade dabei ist, die Künstleragentur Orchidee zu eröffnen, kommt sie sich wie eine „farblose, alte Glucke“ vor. Als sie feststellen muss, dass auch bei Christine nicht alles glatt läuft, kommt Mitleid auf und sie verzichtet auf ihren Racheplan. Die beiden sehr unterschiedlichen Damen kommen sich schließlich näher und plaudern ungeniert über ihr kompliziertes Liebesleben. Warum trauert die selbstkritische Anna, die ihre „Tränensäcke schon als Einkaufssackerl benutzen kann“, eigentlich ihrem untreuen Eduard noch immer nach? Betrübt kommt sie zur Einsicht: „Man jammert eben, wenn einem jemand die alte Gießkanne klaut.“ Elisabeth Pichler

Kritiken:
Peter Limburg, bekannt durch das Erfolgsstück „Möwe und Mozart“, hat für das Theater Laetitia „eine spritzige Komödie mit Tiefgang“ verfasst. Die Uraufführung ging am 27. September 2014 im Kleinen Theater über die Bühne. Das Publikum zeigte sich begeistert und bedankte sich bei Monika Müksch und Margot Maria Paar mit stürmischem Applaus.

Monika Müksch als junge, flippige Christina und Margot Maria Paar als frustrierte Witwe fühlen sich sichtlich wohl in ihren Rollen. Vermitteln sie anfangs das Gefühl, dass schon alles vorbei sei, so brechen sie schließlich gemeinsam auf in ein vielversprechendes Abenteuer, eine neue Freiheit.

Marion Hackl hat Peter Limburgs turbulente Komödie, die durch ihren Wortwitz besticht, temporeich in Szene gesetzt. Trotz all der Situationskomik werden auch ernste Töne angeschlagen, denn nicht nur der über 90-jährige Nachbar Rolf hat gesundheitliche Probleme. Das Zweipersonenstück ist wie geschaffen für das Publikum des Kleines Theaters, das niveauvolle Unterhaltung schätzt. Bei der Uraufführung im ausverkauften Haus war die Begeisterung groß.

Eine Frau stolpert auf die Bühne. Sie trägt eine andere (im Fahrraddress) huckepack. Stöhnen, Jammern, Schmerzensschreie. Eine gewisse Beziehung ist entstanden zwischen zwei weiblichen Wesen, indem die eine der anderen vor die Autoreifen gefallen ist. Die Lädierte hat noch den Gummiabrieb zwischen den Zähnen und spuckt um sich… Bei der kurzen Rekonvaleszenz im Hause der PKW-Besitzerin kristallisiert sich heraus, dass die Verunfallte gar nicht so schlecht drauf ist und irgendetwas unter ihrem Helm im Schilde führt. Und wie zuvor die Räder der beiden Damen rollten (und überrollten), kommt schön langsam auch der Stein des Geschehens ins Trudeln: wer ist denn da die Täterin, wer Opfer? Nach dem Stück „Möwe und Mozart“ ließ sich das Theater Laetitia auf ein weiteres Werk von Peter Limburg ein und brachte am Samstag „Wilde Orchideen“, eine „spritzige Komödie mit Tiefgang“ im Kleinen Theater zur Uraufführung. Anna ist die ältere der beiden Protagonistinnen. Verletzt in ihren Gefühlen, sich selbst als „Pinguin“ bezeichnend, wehrt sie sich jedoch vehement gegen die Titulierung „farblose Glucke“. Margot Maria Paar verleiht dieser ihrer Figur Flügel (und die sind wahrlich länger als die des genannten Südpolvogels) und bietet ein quicklebendiges Spiel mit Pointen wie am Fließband. Monika Müksch, die „Widersacherin“, lässt sich ganz auf ihre buntschillernde „Papagei“-Rolle ein und flattert als Gründerin der Künstleragentur „Orchidee“ geschäftig durch die Handlung. Es geht in diesem Stück zentral auch ums Älterwerden, Resignieren und das Thema „Was kommt noch?“, Galgenhumor und keimende Hoffnungen konkurrieren beständig. Was soll man denn tun, wenn die Tränensäcke so groß geworden sind, dass man sie als Einkaufssackerl verwenden könnte? Nach und nach entwickeln die zwei wahrlich energiegeladenen Frauen Strategien für künftige Möglichkeiten. Für die Regie dieses feminin-floralen Erlebnisses zeichnet Marion Hackl verantwortlich. Sie lässt Anna und die jüngere Christine zudem alle Umbauten auf offener Bühne so bewerkstelligen, dass man jedes Mal lustvolle Neugierde auf die nächste Szene bekommt. Das Ende des Stücks wirkt im Gegensatz zu seinen turbulenten Geschehnissen und dem Pointenreichtum davor etwas luftleer und platt, wirkt sich aber nicht weiter störend auf den schwungvoll-gelungenen Abend aus. Ursula Trojan DrehPunktKultur

„Wilde Orchideen“ von Peter Limburg, Autor von „Möwe und Mozart“ Uraufführung. Regie und Ausstattung: Marion Hackl. Mit Monika Müksch und Margot Maria Paar.
Fotos: Dorfzeitung www.dorfzeitung.com / Claudia Henzler www.henzlerworks.com